natur


Balduin wird Kornograf
und Kornocirculog.

Schleicht abends in den Feldern rum
will Urheber finden rundherum.
Konkret will er die Rechte kaufen
von Kunstwerken in Blätterhaufen.

Er gründet eine Agentur
mit Sci-Fi-art’ger Signatur
Von Lausbub’n erhandelte Werke
bringt er dann auf die Märkte.

So wartet er dann Mittwoch-Nacht
Ein grosses Kornfeld er bewacht
Und als das Summen lauter wird
Er wachsam wie ein Arbeitspferd.

Hier geht was vor, so sagt er sich
Die Lausbuben erwische ich.
Und erzwinge dann die Rechtabgabe
Ansonsten sie zur Polizei ich jage

So stiehlt er sich ins Feldesinnere
Ob hier ein Licht den Platz erschimmere?
Hört lautes Rascheln, dumpfe Stösse
Und sieht ein Pilz von krasser Grösse

„Wird das was sein für Kornografen?
Ich kann nicht einfach weiterschlafen!
Ein Bilderband werd‘ ich erstellen
Meinen Umsatz damit erhellen.“

Da öffnet plötzlich das Pilzeswesen
Eine Luke – war die drangewesen?
Ein langer Arm ergreift den Baldi,
verschluckt den armen Vagabundi.

So sitzt er nun im Pilzesbauch
Als Teil von Aliens Familienbrauch
Kann nicht raus, s’ist Donnerstag:
„Türe sind ja scho en Plag!“

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Balduin, die Physiknullnummer,
fährt heut von Zürich über Bern,
via Fribourg, Vevey, Lausanne,
nervös weiter nach Genf zum CERN.

Aus den Medien hat er erfahren,
da spielen Leute mit Atom.
Ohne Achtung vor Gefahren!
Wer rettet vor diesem Symptom?

Den Chef vor Ort will er sprechen
gedanklich liest Leviten vor.
“Soll ich klagen, soll ich schlagen?
Soll er bluten, der Direktor?“

Baldi konnt sich nun entscheiden,
eine Klage soll es sein.
Wird der Cheffe nicht agieren,
will sprengen er den CERN-Verein.

So schreitet er bewusst zum Tore,
fällt fast ins schwarze Loch hinein
zum Glück hat‘ er den Hund noch bei sich
verschwindt im Loch ohn‘ Sonnenschein

Die Eingangstür hat er erreicht nun,
er mit der Vermutung richtig lag,
das diese heut geschlossen bleiben
„D’Tüüre sind ja scho e Plag!“

Balduin will sich entspannen,
am liebsten auf dem Mittelmeer.
Denn salzig Wasser, kühle Brisen,
ist es, was sein Herz begehr.

So leiht er sich von den Griechen
ein Hausboot für sich ganz allein
denn sind wir ehrlich: wer will beim Entspannen,
mitten unter Leuten sein?

Er lässt sich also damit treiben,
nach draussen in das offne Meer,
der Landstrich wird auch immer kleiner,
doch kümmert ihn das nicht so sehr.

Und es kommt, was kommen musste,
ein Wind, nein, eher ein Orkan,
damit er nun die Ruh bewahre,
steckt er sich eine Kippe an.

Der Sturm nimm, statt abzuflauen,
stetig immer mehr nur zu,
Hilfe wär wohl eine Lösung,
aber wollte er nicht seine Ruh?

Ein Geistesblitz durch’s Hirn geschossen,
das Adrenalin senkt sich dadurch leichtm
ich suche Schutz im Haus des Bootes
bis das Wasser wieder seicht.

Nach Tagen, gefangen in den Mauern,
der Sturm sich langsam wieder legt,
erste Sonnenstrahlen fröhlich lachen,
das Boot wirkt völlig leergefegt.

Da zieht es Baldi bald nach draussen,
damit er braun noch werden mag,
doch liegt noch irgendwas vor’m Ausgang.
D’Tüüre sind ja scho en Plag.

Baldi erwähnt mit einem Wörtchen
er müsse dringend auf das Örtchen

Dort erfüllt sich dann sein neulich Wille
sitzend auf des Klosetts Brille
den Dreck, den sein Darm tut fassen
an die frische Luft zu lassen

So vollendete er eines seiner Werke,
aber Vollendung ist nicht nur seine Stärke

Nun noch schnell den Restdreck wischen
Hände waschen in den Nischen
uns raus aus dem Gestankesraum
Der Schlüssel klemmt, er glaubt es kaum

Er so der geschlossnen Tür erlag
D’Tüüre sind ja scho en Plag.

Balduin versucht sich heute, einen Selbstkurs anzutun
„Ärgere Tiere“ ist sein Selbstkursmotto
im Zoo – denkt er mit Leichtsinn – ist er Tiergefahrimmun

So geht er schnurstracks zum Gehege der Bären
Einen Honigtopf hat er dabei
„Wie reagieren Bär’n auf Honig?“ Die Frage wird er klären.

Der Bär war aber etwas schlauer, weiss schon seit dem ersten Tag.
Wenn Baldi mit dem Honig wedelt
Der Wärter Futter bringt dem Bär, er auszubrechen mag.

So geschehen in dies Momente, der Bär rennt schnell, keine Frag
und Balduin eilt und flüchtet,
auch wenn er noch rennt gilt die Weisheit: „D’Tüüre sind ja scho e Plag!“