August 2008


Balduin will Komasaufen
Geht eimerweise Alkohol kaufen
Freut sich auf den Botellón
Trotz doofen Medien geht das schon

Wer hats der Polizei verraten?

Balduin trinkt auf der Wiese
auf völlig normale Baldiweise.
Erwacht tags drauf in einem Keller,
Des Schweines Darm wär sicher heller.

Wer hats der Polizei verraten?

Medien und Polizei sind mühsam
Reagieren dumm und nerven langsam
Eingesperrt würd‘ Balduin sagen
„Türen sind die schlimmsten Plagen“

Balduin will sich entspannen,
am liebsten auf dem Mittelmeer.
Denn salzig Wasser, kühle Brisen,
ist es, was sein Herz begehr.

So leiht er sich von den Griechen
ein Hausboot für sich ganz allein
denn sind wir ehrlich: wer will beim Entspannen,
mitten unter Leuten sein?

Er lässt sich also damit treiben,
nach draussen in das offne Meer,
der Landstrich wird auch immer kleiner,
doch kümmert ihn das nicht so sehr.

Und es kommt, was kommen musste,
ein Wind, nein, eher ein Orkan,
damit er nun die Ruh bewahre,
steckt er sich eine Kippe an.

Der Sturm nimm, statt abzuflauen,
stetig immer mehr nur zu,
Hilfe wär wohl eine Lösung,
aber wollte er nicht seine Ruh?

Ein Geistesblitz durch’s Hirn geschossen,
das Adrenalin senkt sich dadurch leichtm
ich suche Schutz im Haus des Bootes
bis das Wasser wieder seicht.

Nach Tagen, gefangen in den Mauern,
der Sturm sich langsam wieder legt,
erste Sonnenstrahlen fröhlich lachen,
das Boot wirkt völlig leergefegt.

Da zieht es Baldi bald nach draussen,
damit er braun noch werden mag,
doch liegt noch irgendwas vor’m Ausgang.
D’Tüüre sind ja scho en Plag.

Baldi erwähnt mit einem Wörtchen
er müsse dringend auf das Örtchen

Dort erfüllt sich dann sein neulich Wille
sitzend auf des Klosetts Brille
den Dreck, den sein Darm tut fassen
an die frische Luft zu lassen

So vollendete er eines seiner Werke,
aber Vollendung ist nicht nur seine Stärke

Nun noch schnell den Restdreck wischen
Hände waschen in den Nischen
uns raus aus dem Gestankesraum
Der Schlüssel klemmt, er glaubt es kaum

Er so der geschlossnen Tür erlag
D’Tüüre sind ja scho en Plag.

Balduin will Kinder schänden
Um anzufangen – wohin sich wenden?
Er hängt sich mal ins Internet
dort chatten Kleine immer nett.

Er flirtet mit nem Deutschen,
’nem Zürcher und ’nem Polen.
Will arangieren Treffen,
mit diesen herz’gen Neffen

Seinen Fund man raten mag:
Tür und Schloss sind scho en Plag.

Balduin will siegen
Balduin will kämpfen
Balduin will stolzieren
Nichts soll seinen Schwung abdämpfen

Muss wählen einen Sport
Klar: Peking ist der Ort.
Hirnen hier und hirnen dort
Fussball ist das richt’ge Wort

So stürmt er auf den Rasen
(Wo sonst die Kühe grasen)
Er wendet, dribbelt, sputet,
energiegeladen tschuutet.

Und kurz vor seiner Halbzeit
keine Gegner weit und breit
Das Runde knapp am Wart vorbei
ins Eckige trifft. Ole! Eiei!

Oh Baldi, brauchst nen Kompass?
Zusätzlich zum Rückpass?
Auf dass ichs einfach nochmal sag:
Die Tür, das Tor, s’isch scho en Plag!

Balduin versucht sich heute, einen Selbstkurs anzutun
„Ärgere Tiere“ ist sein Selbstkursmotto
im Zoo – denkt er mit Leichtsinn – ist er Tiergefahrimmun

So geht er schnurstracks zum Gehege der Bären
Einen Honigtopf hat er dabei
„Wie reagieren Bär’n auf Honig?“ Die Frage wird er klären.

Der Bär war aber etwas schlauer, weiss schon seit dem ersten Tag.
Wenn Baldi mit dem Honig wedelt
Der Wärter Futter bringt dem Bär, er auszubrechen mag.

So geschehen in dies Momente, der Bär rennt schnell, keine Frag
und Balduin eilt und flüchtet,
auch wenn er noch rennt gilt die Weisheit: „D’Tüüre sind ja scho e Plag!“

Balduin sonnt sich am Strande,
die Haut, hofft er, wird glänzend braun.
Doch schläft er ein – ist weggetreten.
Die Haut wird rot, das nur am Rande.

Als er erwacht – Greenpeace daneben
Eine Krebs-Rettungsaktion
Sie schützen ihn mit einem Gitter
Es könnte bessere Momente geben.

In einer Demonstration die Meute klag‘
„Rettet die Krebse“ rufen alle.
Baldi möcht flüchten, sieht keinen Ausgang
D’Tüüre sind ja scho e Plag!

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