Juli 2008


Balduin, der Neupfadfinder, hat Ferien im Wald gebucht.
Ein Wald in dem es scheinbar regnet, hat er für sich ausgesucht.
Er ist gewappnet mit ner Machete, ein Seil am Rucksack trägt er auch,
und zusätzlich noch etwas Nahrung – in der Pfadi ist es Brauch.

So schreitet er zu den pompösen, kilometer hohen Bäum‘
sieht hunderttausend Arten Tiere, er kneift sich denn er denkt er träum‘
Doch plötzlich pickst es ihn am Halse, schwindelig wird’s ihm schon bald,
ein Pfeil in seine Haut sich bohrte, ein Urstamm wohl aus diesem Wald.

Als Balduin nun hat begriffen, dass er Opfer einer Meut soll sein,
die Menschen in den Topfe werfen – er die Speise zu dem Wein.
Da hat er doch die Flucht ergriffen und in windeseile sprang,
er ohne Blick zurück zu richten, einem langen Fluss entlang.

Er rannte, lächzte, fast am Boden, doch sein Schub Adrenalin,
beflügelte noch seine Beine, der Marathon hielt sich noch hin.
Doch plötzlich, wie aus dem Nichtse, fiel er in ein Loch hinein,
mit Speerepfeile an der Seite, um doch Gefangener zu sein.

Balduin versucht natürlich, sich aus dieser arg‘ Situation
zu retten, klettert nach oben, gucket aus dem Loche schon.
Doch just in diesem Momente, knallt die schwere Falltür zu,
landet mit Wucht auf seinem Kopfe – Baldi ist bewusstlos nu.

Als es ihm langsam wieder dämmert, fällt ihm ein, was ich stets sag‘
Ob Gitter, Gatter oder Falltür – „D’Türe sind ja scho e Plag“

balduin kam angekrochen
wollte sich ein hühnchen kochen.
doch der fuchs kam ihm zuvor
offen war des stalles tor.

Tuere sind ja scho e Plag!

balduin, der alte sack
knuspert aus dem pommschips-pack!
eingesperrt im sarkophag,
d’tuere sind ja scho e plag!

Balduin kann ganz gut feiern,
Und zwischendurch ’ne Pizza reiern.
Nach letztem wäldlichem Gefeste
er sich auf Heimflug macht – ins Neste.

Des Weges sagt er sich ganz blau:
„Bin weder Vogel, Fisch noch Sau!
Als Katze bin ich hier geboren,
Als Oberkatze auserkoren.

Daheim dann auf der Katzenleiter
geht der Heimweg nimmer weiter
Baldi in der Niederlag:
„Türe sind ja scho e Plag!“

balduin, der arme tropf
schlägt ein stein sich an den kopf,
gefangen in der gondelbahn
über ihm da kräht der hahn.

erdrosseln, schlagen will er ihn
übergiessen mit benzin,
in flammen soll das vieh nun stecken
das hähnchen würd ihm sicher schmecken!

Baldy erschöpft in der gondel lag,
d’Türe sind ja scho e Plag!

Es donnert, nur die Fetzen fliegen,
die Häuser stürzen alle ein,
die Fenster in den Wiesen liegen,
Apokalypse könnte sein.

Was tun in dies‘ vernichtend Stunde,
was tun, das Leben nicht vorbei?
Rettend Gedanken machen die Runde,
wo’s am sichersten nun sei.

Dem Balduin schiessen Ideen-Blüten,
die Schutzanlage, die er gebaut,
sie wird sein Leben sicher hüten
sofern er seiner Bauten traut.

Am nächsten Morgen Vogelgezwitscher,
die Ruhe kehrte wieder ein,
um nun die Sonnenstrahl’n zu sehen,
draussen an der Luft muss sein.

Er schiebt den Riegel der grossen Tore,
beiseite – locker, problemlos, keine Frag‘
doch klemmt das Tor – nun Baldi schmore:
„D’Türe sind halt scho e Plag“

Balduin ist auf Jamaika
bisschen baden, bisschen bika
Hängt am Strand bei Sonnenwetter:
„Hier sind alle deutlich netter!“
Denkt sich schon: „Hier bleibe ich,
Türen hier, sie plagen nicht.“

So liegt er friedlich am Strand
Weit und breit ist Niemandsland.
In ihm steigt die Sicherheit,
„keine Türe – keinen Streit!“

[szenenwechsel]

Petrus merkt den Fehler spät,
Hageln tut das Wettergerät
Regnet schon seit fünf vor drei
Jamaika’s Sonne ist vorbei

Der grosse Fehler aber ist:
(Petrus denkt sich: „so ein Mist!“)
Nicht die Regentropfen fallen –
Türen, Tore erdwärts knallen!

Balduin zum Himmel schaut,
was kommt denn da und donnert laut?
Wundert sich und sagt ganz leise:
„Türen auch auf meiner Reise.“

denkt er als er da lag:
Mega-Plag, Mega-Plag.

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